Traunstein, 12.11.2011 - Anticastor-Demo am Maxplatz.
 

Impressionen von unserer Aktion in Traunstein:

 

Hintergründe...

Die Bundesregierung hat den Ausstieg aus der Atomkraft bis 2022 beschlossen, aber das Problem des Atommülls bleibt. Die Frage "Wohin mit den hochradioaktiven Abfällen?" ist nach wie vor ungelöst.

Elf Castoren, beladen mit über 120 Tonnen hochradioaktivem Atommüll aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague, sollen auch in diesem November wieder auf die lange Reise ins Zwischenlager nach Gorleben geschickt werden. Die 44-fache Menge an Radioaktivität, die in Fukushima freigesetzt wurde, rollt damit durch Frankreich und die Bundesrepublik - und landet in einer Art Kartoffelscheune unweit des niedersächsischen Elbdorfes Gorleben. Und das, obwohl es nachweislich einen geeigneteren Ort für die Zwischenlagerung gäbe: Sicherer und näher ist das Zwischenlager am AKW Philippsburg. Das hat Greenpeace in einer Studie Mitte Oktober nachgewiesen.

Die Geschichte klingt wie ein Schildbürgerstreich: Das Ergebnis der riskanten Energiegewinnung durch Atomkraft ist hochradioaktiver Abfall - und niemand weiß, wohin damit. Zur sogenannten Wiederaufbereitung wurden die abgebrannten Brennelemente aus bundesdeutschen AKW zunächst nach Frankreich und Großbritannien gefahren. In den Atomfabriken La Hague und Sellafield wird der Bombenstoff Plutonium von anderen hochradioaktiven Stoffen abgetrennt. Dadurch entsteht noch mehr hochradioaktiver Abfall. Dieser Müll muss aber von Deutschland zurückgenommen werden und tritt die Reise in das Zwischenlager in Gorleben an.

Die im Volksmund als Kartoffelscheune bezeichnete Zwischenlagerhalle steht direkt über dem Salzstock Gorleben, der vor 34 Jahren aus politischen Gründen als zukünftiges Endlager ausgesucht wurde und seitdem ausgebaut wird. Wenn der unsichere Salzstock demnächst folgerichtig aufgegeben und eine andere Endlagerstätte gefunden werden sollte, dann muss auch der Müll aus der Gorlebener Zwischenlagerhalle ein weiteres Mal Hunderte von Kilometern transportiert werden.

Daher fordert Greenpeace: Kein weiterer Castor-Transport nach Gorleben