Gentechnisch verändertes Speiseöl in drei Gaststätten in den Landkreisen BGL und TS gefunden!

Greenpeace Recherche deckt auf:
Gentechnisch verändertes Öl in Gaststätten im Landkreis Traunstein!

 Bayerisches Verbraucherschutzministerium muss bayernweite Kontrollen durchsetzen

 Traunstein, 24.05.2007 – Gen-Detektive der Greenpeace-Gruppe Chiemgau haben in den letzten Wochen in Gaststätten in Traunstein, Waging, Siegsdorf, Berchtesgaden über gentechnisch veränderte Speiseöle und die mit der Verwendung dieser Öle in der Gastronomie verbundene Kennzeichnungspflicht in der Speisekarte informiert. Von den 21 besuchten Gaststätten hatten 3 Lokale – ein Asia-Restaurant und zwei Bayerische Landgaststätten - Gen-Öle verwendet – die gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung in den Speisekarten war dabei in keinem einzigen Fall zu finden. Etwa 14 Prozent der kontrollierten Gaststätten haben somit Gen-Öle etwa zum Braten oder Frittieren verwendet.

 

„Die Greenpeace Recherchen in Gaststätten belegen, dass die für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Behörden auf ganzer Linie versagt hat“, sagt Edmund Halletz, Pressesprecher der Greenpeace-Gruppe Chiemgau. „Es ist ein Skandal, dass der Gast immer noch nicht weiß was er serviert bekommt“, so Halletz weiter.

 

Greenpeace Recherchen in Gaststätten an weiteren Orten in Bayern belegen, dass die Missstände der mangelhaften Kotrollen der Gentechnik-Kennzeichnung in Gaststätten ein bayernweites Problem zu sein scheinen.

Des Weiteren hatte die Greenpeace-Gruppe München bereits im April 2007 öffentlich gemacht, dass in München in 25 der überprüften 125 Gaststätten Gen-Öle gefunden wurden. In Wolfratshausen hatten im November 2006 sogar 6 von 20 überprüften Gaststätten Gen-Öle eingesetzt. Auch hier wurde in keinem der Fälle die gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung in der Speisekarte gefunden.

 

 „Die aktuellen Greenpeace Recherchen in Gaststätten in mehreren bayerischen Städten zeigen, dass der bayerische Verbraucherschutz­minister, Dr. Werner Schnappauf, die bayerische Lebensmittelüberwachung nicht unter Kontrolle hat“, sagt der Koordinator der Bayernweiten Recherche Klaus Müller. „Herr Dr. Schnappauf muss endlich dafür sorgen, dass die Lebensmittelüberwachung in ganz Bayern die Einhaltung der Gesetzte zur Gentechnik-Kennzeichnung in der Gastronomie auch wirklich durchsetzt“, so Klaus Müller weiter.

 

Mehr als 70% der Verbraucher in Deutschland lehnen den Einsatz von Gentechnik in Lebensmitteln ab. Die Lebensmittelindustrie respektiert bisher weitgehend diese umfassende Ablehnung. Dementsprechend sind derzeit praktisch keine gekennzeichneten, gentechnisch veränderten Lebensmittel in Supermärkten in Deutschland zu finden. Über die in Gaststätten verwendeten Gen-Öle wird den Verbrauchern aufgrund der fehlenden Kennzeichnung in den Speisekarten und den unzureichenden Kontrollen der bayerischen Lebensmittelüberwachung nun doch wieder Gentechnik untergeschoben.

 

Am 18. April 2004, also vor mehr als 3 Jahren, ist die aktuell gültige Verordnung zur Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel in Kraft getreten. Seit dem müssen nicht nur Lebensmittelhersteller kennzeichnen – auch in Gaststätten, in Kantinen und an Markt- und Imbissständen muss auf die Verwendung gentechnisch veränderter Zutaten aufmerksam gemacht werden. Fehlt etwa die Kennzeichnung in der Speisekarte von Gaststätten, machen sich die Wirte strafbar und riskieren Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.