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Wer will einen Schluck Trinkwasser aus Gorleben?

Traunstein, 06.11.2004 – Wasserflaschen mit Atomzeichen: Mit dieser Warnung vor radioaktiv verseuchtem Trinkwasser aus Gorleben informiert die Greenpeace-Gruppe Chiemgau am 06.11.04 über die Gefahren des geplanten Atommülllagers Gorleben. Mit Filmen, einen Wurfspiel, Schautafeln und Infomaterialien weisen die 10 Umweltschützer in in Traunstein am Maxplatz Passanten auf ein zentrales Problem des geplanten Endlagers hin: Die wasserundurchlässige Tonschicht über dem Lager ist nicht durchgängig vorhanden, somit kann Radioaktivität ins Trinkwasser gelangen.  

„Der Salzstock in Gorleben ist kein sicheres Lager für hochradioaktiven Müll“, erklärt Sabine Wetzelsperger von der Greenpeace-Gruppe Chiemgau. „Aber wir befürchten, dass das den Politkern egal ist. Sie suchen jedenfalls nicht nach einem alternativen Endlagerstandort, der für den Atommüll besser geeignet ist.“ 

In der Koalitionsvereinbarung von 1998 erklären SPD und Grüne: "Die Koalitionsparteien sind sich einig, dass das bisherige Entsorgungskonzept für die radioaktiven Abfälle inhaltlich gescheitert ist und keine sachliche Grundlage mehr hat." Bis heute haben die beiden Parteien aus dieser Erkenntnis keine entsprechenden Konsequenzen gezogen. 

„Die Suche nach einem alternativen Endlager kostet mehrere Hundert Millionen Euro, die eigentlich die Atomkonzerne zahlen sollten, da sie die den Strahlenmüll loswerden wollen. Die wollen nicht zahlen – und unsere Politiker haben nicht den Mumm, ein entsprechendes Gesetz auf den Weg zu bringen“ sagt Sabine Wetzelsperger von der Greenpeace Gruppe Chiemgau.

 Oberirdisch wurde in Gorleben ein Zwischenlager eingerichtet, in das seit 1995 hochradioaktiver Atommüll eingelagert wird. Mit jedem Atomtransport in das Zwischenlager versuchen Industrie und Regierung, das geplante Endlager in Gorleben zu zementieren, befürchten die Umweltschützer. Zwar hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) mehrfach erklärt, noch in dieser Legislaturperiode einen Gesetzentwurf zur Endlagersuche vorzulegen. Aber zur Halbzeit der Regierung ist davon nichts zu sehen.

 „Dieses Versäumnis ist verantwortungslos“ so die Pressesprecherin der Greenpeace Gruppe Chiemgau, Anja Weilharter „ Die Suppe, die uns die Politiker heute einbrocken, müssen unsere Kinder mal auslöffeln.“